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Fachartikel

3 decken alles ab

LEBENSMITTELTECHNIK WERKSTOFFE – Die industrielle Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln stellt hohe und genau definierte Anforderungen an die dort eingesetzten Anlagen und deren Komponenten. Olivenöl, Kakao, Nüsse, Milch, tiefgekühlter Fisch oder Fleisch erfordern neben unterschiedlichen Verfahren der Zerkleinerung, der Mischung, des Transports usw. auch jeweils spezifische Reinigungsverfahren. Dichtungen und Kunststoffbauteile, die hier eingesetzt werden, müssen mit verschiedensten chemischen Verbindungen und Temperaturen von -50 °C bis 150 °C verschleißarm und anwendungssicher funktionieren. Darüber hinaus sind gesetzlich geforderte Standards einzuhalten. Um all dies leisten zu können, werden nur drei Werkstoffgruppen benötigt.

Thermoplastische Elastomere, Elastomere und Thermoplaste decken alle am Markt üblichen Anforderungen an Dichtungswerkstoffe in der Lebensmittelindustrie ab. Das ist das Ergebnis mehr als zwanzigjähriger Erfahrung und stetiger Weiterentwicklung auf diesem Gebiet. Für diese Werkstoffbasis liegen Tests der physikalischen Eigenschaften und der chemischen Widerstandsfähigkeit vor.

Hart im Nehmen: Thermoplaste
Vom Tiefkühlbereich mit Temperaturen ab – 200 °C, die nur in Sonderfällen erforderlich sind, bis hinauf zu 260 °C stehen ThermoPlaste zur Verfügung, die sich auch für die Verarbeitung von Rohstoffen wie Olivenöl, Zucker, Nüssen oder Kakaobutter eignen. Sämtliche dieser Thermoplaste lassen sich sowohl mit den gebräuchlichen CIP-Chemikalien als auch mit bis zu 100 °C heißem, destilliertem Wasser oder teilweise auch mit Dampf reinigen. Darüber hinaus verfügen sie über die neuesten EU-Zulassungen EC 1935/2004, EC 10/2011 (EC 2002/72) und sind FDA-konform.

Zum Einsatz kommen diese harten und nichteigenelastischen Werkstoffe hauptsächlich bei der Fertigung von Buchsen und anderen kunststofftechnischen Bauteilen, die hohen mechanischen Beanspruchungen unterliegen. Mit SKF Ecopaek steht ein Polymer (PEEK) mit hoher Zugfestigkeit, Steifigkeit, hoher Wärmeformbeständigkeit sowie guten Gleit- und Reibungseigenschaften zur Verfügung. Im Hinblick auf Festigkeit und Steifigkeit übertrifft dieser Werkstoff, insbesondere bei hohen Temperaturen, die meisten technischen Kunststoffe. Prozesstemperaturen bis ca. 85 °C sind auch für Ecowear kein Problem.
Pneumatikzylinder im Easy-Clean-Design mit Dichtabstreifer Profil A11-ECD
Pneumatikzylinder im Easy-Clean-Design mit Dichtabstreifer Profil A11-ECD.( Bild: SKF )


Dank seiner hohen Abriebfestigkeit und Kriechstabilität eignet sich Ecowear besonders gut für die Abdichtung schmierungsfreier Systeme wie Homogenisatoren und von Systemen mit hohen Betriebsdrücken. Bauteile und Gehäuse lassen sich mit Ecotal realisieren, einem POM-Werkstoff, der auch bei wechselnder Beanspruchung ermüdungsfest bleibt und bis zu einer Temperatur von 100 °C sicher eingesetzt werden kann.

Mehr als nur Gummi
Die zweite Werkstoffgruppe bilden Elastomere. SKF bietet hier verschiedene Varianten unter der Hauptbezeichnung Ecorubber an. Diese Gummiwerkstoffe, deren Einsatzbereich von -50 °C (Ecorubber-3 85A-b-FG) bis zu 200 °C (Ecorubber-2 85A-b-FG, auch in weiß verfügbar) reicht, kommen überall dort zum Einsatz, wo hohe Temperaturen und chemische Prozesse den Einsatz von Polyurethanen ausschließen. Die weißen Werkstoffvarianten bieten zusätzlich den Vorteil, dass Anhaftungen leicht mit bloßem Augenschein erkennbar sind und dunkle Abriebspuren vermieden werden.

Die Beinah-Alleskönner
Besonders vielseitig im Einsatz ist die dritte und letzte Werkstoffgruppe der Thermoplastischen Elastomere (TPU). Verfügbar in den Varianten rot, opak und blau bieten diese TPU im Bereich von -50 °C bis 110 °C hohe

Abrieb- und Verschleißfestigkeit bei außerordentlicher Chemikalienbeständigkeit und Beständigkeit gegenüber Hydrolyse. Aufgrund ihrer mechanischen Eigenschaften eignen sich die H-ECOPUR-Werkstoffe nicht nur für Anwendungen mit hoher Abrasion wie etwa durch nusshaltige Schokolade oder Milchprodukte mit Fruchtkernanteil, sondern auch für Hochdruckanwendungen. Ihr günstiges Abriebverhalten empfiehlt diese Werkstoffe besonders gut für die Fertigung von multifunktionalen All-in-One-Bauteilen. Bei diesen Dichtungslösungen sind die Dichtlippen oder -wulste direkt an den Grundkörper angesetzt, wodurch keine zusätzlichen Nuten zum Einschnappen der Einzeldichtungen mehr benötigt werden.

Dadurch werden Nutspalten beseitigt und die Reinigung erleichtert. Veranschaulichen lässt sich dies am Beispiel eines in eine Nut eingeschnappten O-Rings, gegenüber einem direkt angeformten Dichtwulst z.B. am Ventilkörper. Spezielle ECOPUR-Typen und fluorierte Elastomere sind resistent gegenüber öl- und wasserhaltigen Lebensmitteln. Der kürzlich neu vorgestellte ECOPUR 95A-bl-FG-/ H-Ecopur-95A-bl-Werkstoff ist „vegan” (ADI-free) und erfüllt neben der FDA-Konformität auch die strengen Anforderungen der EU-Richtlinie EC 1935/2004. Seine blaue Farbe, entsprechend dem in der Lebensmittelindustrie verwendeten Farbton, erleichtert ebenfalls die Detektion anhaftender Lebensmittelrückstände.

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3 decken alles ab

LEBENSMITTELTECHNIK WERKSTOFFE – Die industrielle Herstellung und Verarbeitung von Lebensmitteln stellt hohe und genau definierte Anforderungen an die dort eingesetzten Anlagen und deren Komponenten. Olivenöl, Kakao, Nüsse, Milch, tiefgekühlter Fisch oder Fleisch erfordern neben unterschiedlichen Verfahren der Zerkleinerung, der Mischung, des Transports usw. auch jeweils spezifische Reinigungsverfahren. Dichtungen und Kunststoffbauteile, die hier eingesetzt werden, müssen mit verschiedensten chemischen Verbindungen und Temperaturen von -50 °C bis 150 °C verschleißarm und anwendungssicher funktionieren. Darüber hinaus sind gesetzlich geforderte Standards einzuhalten. Um all dies leisten zu können, werden nur drei Werkstoffgruppen benötigt.

Thermoplastische Elastomere, Elastomere und Thermoplaste decken alle am Markt üblichen Anforderungen an Dichtungswerkstoffe in der Lebensmittelindustrie ab. Das ist das Ergebnis mehr als zwanzigjähriger Erfahrung und stetiger Weiterentwicklung auf diesem Gebiet. Für diese Werkstoffbasis liegen Tests der physikalischen Eigenschaften und der chemischen Widerstandsfähigkeit vor.

Hart im Nehmen: Thermoplaste
Vom Tiefkühlbereich mit Temperaturen ab – 200 °C, die nur in Sonderfällen erforderlich sind, bis hinauf zu 260 °C stehen ThermoPlaste zur Verfügung, die sich auch für die Verarbeitung von Rohstoffen wie Olivenöl, Zucker, Nüssen oder Kakaobutter eignen. Sämtliche dieser Thermoplaste lassen sich sowohl mit den gebräuchlichen CIP-Chemikalien als auch mit bis zu 100 °C heißem, destilliertem Wasser oder teilweise auch mit Dampf reinigen. Darüber hinaus verfügen sie über die neuesten EU-Zulassungen EC 1935/2004, EC 10/2011 (EC 2002/72) und sind FDA-konform.

Zum Einsatz kommen diese harten und nichteigenelastischen Werkstoffe hauptsächlich bei der Fertigung von Buchsen und anderen kunststofftechnischen Bauteilen, die hohen mechanischen Beanspruchungen unterliegen. Mit SKF Ecopaek steht ein Polymer (PEEK) mit hoher Zugfestigkeit, Steifigkeit, hoher Wärmeformbeständigkeit sowie guten Gleit- und Reibungseigenschaften zur Verfügung. Im Hinblick auf Festigkeit und Steifigkeit übertrifft dieser Werkstoff, insbesondere bei hohen Temperaturen, die meisten technischen Kunststoffe. Prozesstemperaturen bis ca. 85 °C sind auch für Ecowear kein Problem.
Pneumatikzylinder im Easy-Clean-Design mit Dichtabstreifer Profil A11-ECD
Pneumatikzylinder im Easy-Clean-Design mit Dichtabstreifer Profil A11-ECD.( Bild: SKF )


Dank seiner hohen Abriebfestigkeit und Kriechstabilität eignet sich Ecowear besonders gut für die Abdichtung schmierungsfreier Systeme wie Homogenisatoren und von Systemen mit hohen Betriebsdrücken. Bauteile und Gehäuse lassen sich mit Ecotal realisieren, einem POM-Werkstoff, der auch bei wechselnder Beanspruchung ermüdungsfest bleibt und bis zu einer Temperatur von 100 °C sicher eingesetzt werden kann.

Mehr als nur Gummi
Die zweite Werkstoffgruppe bilden Elastomere. SKF bietet hier verschiedene Varianten unter der Hauptbezeichnung Ecorubber an. Diese Gummiwerkstoffe, deren Einsatzbereich von -50 °C (Ecorubber-3 85A-b-FG) bis zu 200 °C (Ecorubber-2 85A-b-FG, auch in weiß verfügbar) reicht, kommen überall dort zum Einsatz, wo hohe Temperaturen und chemische Prozesse den Einsatz von Polyurethanen ausschließen. Die weißen Werkstoffvarianten bieten zusätzlich den Vorteil, dass Anhaftungen leicht mit bloßem Augenschein erkennbar sind und dunkle Abriebspuren vermieden werden.

Die Beinah-Alleskönner
Besonders vielseitig im Einsatz ist die dritte und letzte Werkstoffgruppe der Thermoplastischen Elastomere (TPU). Verfügbar in den Varianten rot, opak und blau bieten diese TPU im Bereich von -50 °C bis 110 °C hohe

Abrieb- und Verschleißfestigkeit bei außerordentlicher Chemikalienbeständigkeit und Beständigkeit gegenüber Hydrolyse. Aufgrund ihrer mechanischen Eigenschaften eignen sich die H-ECOPUR-Werkstoffe nicht nur für Anwendungen mit hoher Abrasion wie etwa durch nusshaltige Schokolade oder Milchprodukte mit Fruchtkernanteil, sondern auch für Hochdruckanwendungen. Ihr günstiges Abriebverhalten empfiehlt diese Werkstoffe besonders gut für die Fertigung von multifunktionalen All-in-One-Bauteilen. Bei diesen Dichtungslösungen sind die Dichtlippen oder -wulste direkt an den Grundkörper angesetzt, wodurch keine zusätzlichen Nuten zum Einschnappen der Einzeldichtungen mehr benötigt werden.

Dadurch werden Nutspalten beseitigt und die Reinigung erleichtert. Veranschaulichen lässt sich dies am Beispiel eines in eine Nut eingeschnappten O-Rings, gegenüber einem direkt angeformten Dichtwulst z.B. am Ventilkörper. Spezielle ECOPUR-Typen und fluorierte Elastomere sind resistent gegenüber öl- und wasserhaltigen Lebensmitteln. Der kürzlich neu vorgestellte ECOPUR 95A-bl-FG-/ H-Ecopur-95A-bl-Werkstoff ist „vegan” (ADI-free) und erfüllt neben der FDA-Konformität auch die strengen Anforderungen der EU-Richtlinie EC 1935/2004. Seine blaue Farbe, entsprechend dem in der Lebensmittelindustrie verwendeten Farbton, erleichtert ebenfalls die Detektion anhaftender Lebensmittelrückstände.

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